Montag, 15. März 2010

Tasmanien

Am 29.Januar ging es morgens mit der "Spirit of Tasmania" los. Die 8 Stunden Schifffahrt verbrachten wir mit schlafen, sonnen oder .... hungern - wir hatten vergessen genügend Essen aus dem Auto mit hoch zu nehmen und hatten während der Fahrt keine Möglichkeit an den Bus zu kommen. Ein Fehler den wir auf der Rückfahrt nichtmehr machten...
Insgesamt verbrachten wir 6 tolle Tage auf Tasmanien und sahen unglaublich schöne Gegenden wie den weltberühmten Wineglass Bay oder die nicht weniger schöne Gorge bei Launceston und wir hatten über den gesamten Zeitraum gesehen auch Glück mit dem Wetter – ein Regentag muss man in Tasmanien in Kauf nehmen, denn das Wetter gilt dort als unberechenbar.
Eigentlich startete unser Tasmanien-Abenteuer schon am Abend davor an einer Tramstation in Melbourne. Nachdem wir beide und unser Lift Femke, die ja auch schon die Great Ocean Road mit uns machte, uns lautstark über Tasmanien unterhalteten, wurde ein weiterer Wartender auf uns aufmerksam. Er hieß Michi und war, wen wunnderts, aus Deutschland, oder genauer gesagt aus Heidenheim an der Brenz, also keine 100km von unserer schönen Heimat entfernt. Er fragte uns, ob wir noch Platz hätten, da er schon seit gut einer Woche nach einer Möglichkeit suchte, um durch Tassie zu reisen. Wir hatten Platz, ob die Fähre in noch mitnehmen wollte, sollte sich erst am nächsten Morgen positiv rausstellen. So machten sich drei Schwaben und ein Fischkopp auf, das verlassene Tasmanien zu erobern. Nachdem wir dann abends um 6 Uhr endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten, fuhren wir noch ein bisschen Richtung Launceston, eine von zwei größeren Städte auf Tasmanien. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Kirche vorbei, die ausnahmsweise mal nicht erst im 20 Jahrhundert gebaut wurde und somit die erste Kirche für uns in Australien ist, die unsern bekannten Betonklotz Heilig Geist im Aussehen toppt. Am nächsten Tag ging es dann zuerst zu kleinen Wasserfällen, die aber keinen besonderen Bericht bedurfen, weil es in Tasmanien noch weitaus spektakulärere Wasserfälle gibt und in den Stadtpark, der außer ein paar japanischen Affen (wir wollen jede rassistische Gedanken von uns weisen, wir meinen nicht die Touristen, sondern wirkliche Affen) nichts zu bieten hatte. Dann ging es weiter zu Cataract Gorge, zu der auch ein kostenloses Schwimmbad gehörte. Ein Highlight war sicherlich das Klippenspringen und wir verbrachten an der Gorge wesentlich mehr Zeit als wir eingeplant haben. Deswegen mussten wir uns den zweiten, weitausschöneren Wasserfall in der Dämmerung anschauen. Unser Nachtlager schlugen wir dann an der Bay of Fire bei St. Helens an der Ostküst Tasmaniens auf. Nachdem wir uns am nächsten Morgen direkt nach dem Frühstück (war übrigens direkt am Strand) Richtung Wineglass Bay (super Wanderungen und verlassene Strände, ein Must-Do auf Tasmanien) augemacht hatten, hatten wir schon Angst, dass die Wanderung zwecks Regen ins Wasser fallen würde, aber pünktlich eine halbe Stunde vor der Ankunft verzogen sich die Wolken und man hatte bestes Postkartenwetter. Nach der sechs stündigen Wanderung, mit einigen Pausen am Strand und Lookouts, haben wir abends noch das Finale von den Australian Open angeschaut, unsere beiden Lifts ihre Meinungsverschiedenheit austragen lassen und sind dann ins Bett. Am darauffolgenden Tag ging es zu Port Arthur, einem der ältesten Gefängisse in Australien, das Anfang des 19. Jahrhunderts gebaut wurde. Viele Teile des Strafgefangenerlager waren noch gut erhalten und man konnte insgesamgt doch ein recht guten Eindruck von dem Beginn der Besiedlung von Australien gewinnen.
Am nächsten Tag ging es zu erst nach Richmond einer der ältesten Siedlungen der Welt. Das Stadtbild war wirklich von alten Häuser geprägt, wobei der Zoo sicherlich das beste war, vorallem wenn man sich kostenlos reinschleichen muss wie wir. Wir sind halt Schwaben und sparen an jeder Ecke.Dafür haben wir allerdings ein paar Stunden ganz schön büßen müssen. Nach Richmond ging es nämlich direkt weiter nach Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens. Dort haben wir einen Walk durch die Innenstadt gemacht, Hobart ist viel ruhiger und entspannter wie Melbourne oder Sydney. Leider haben wir nicht zur Kenntnis genommen, dass unser Parkhaus schon um 17.15 schließt, und wir kamen natürlich zu spät und standen vor verschlossener Tür. Der notwenige Schlüsseldienst hat uns den großteil des gesparten Eintrittgeldes vom Zoo abgeknöpft, für uns war es eine Lehre=). Trotz der Warterei vor dem verschlossenen Parkhaus schafften wir es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang auf den Mount Welington, dem höchsten Berg von Tasmanien mit guter Aussicht auf Hobart, die Bucht und das Hinterland. Genau in dieses Hinterland wollten wir uns am nächsten Tag begeben. An diesem Tag haben wir wieder die Wanderschuhe geschnürt, diesmal in dem Lake St. Clair National Park. Zu Beginn des Walks haben wir ein paar giftige Schlangen gesehen, wobei wir schon durch eine Info-Tafel am Vistor Center gewarnt worden ware, dass eben diese Schlangenart an diesem Tag ziemlich aktiv ist. Bei der Hälfte der Strecke legten wir dann eine länger Pause ein und einer unser Lifts belustige uns, indem sie teste, ob Baumstämme, die unter Wasser sind, rutschig sind. Nach einigem Gelächter und einer nassen Hose ging es dann auf die zweite Hälfte des Walks. Man hatte wieder herrliche Blicke auf verschiedene Meeresbuchten.
Am Abend sind wir dann noch ein bisschen weiter gefahren, damit wir am nächsten Morgen es nicht mehr ganz so weit zu unserem letzten Nationalpark hatten. Ja, Nationalpärke und Tasmanien gehören zusammen, immerhin bedecken die Natinalpärke fast 20% der gesamten Fläche. Dabei mussten wir feststellen, dass feststellen, dass die größere Städte auf der Karte, wie zum Beispiel Queenstown (die größste Stadt im Westen Tasmanien), nur 4000 Einwohner hat und es dementsprechend schwer ist eine der öffentliche BBQ-Stellen zu finden. Auf den letzten Kilometer unserer weiteren Nachtfahrt begann es dann auch stark nach Feuer zu richen und es war eine Menge Rauch in der Luft. Als wir Einheimische fragten, was das ganze zu bedeuten hätte, erklärten sie uns, dass es weit weg ein Bushfeuer gibt. Als wir dann noch nach dem Weg zu unserem kostenlosen Campingplatz erfragten, sagten sie uns, dass dieser noch ca. 5 km wegwäre, aber dieser Campingplatz sei gesperrt, weil sich da gerade das Bushfeuer durchbrennt. 5Km soll weit sein, wenn sich Buschfeuer mit b is zu 120 km/h ausbreiten?!? Wir hielten es für besser an einer Grünfläche in einem Wohnviertel zu übernachten, da man uns schon wecken würde, falls das Feuer außer Kontrolle gerät und eine Bedrohung für die Stadt wird. Mit dem Zelt der Lifts waren ja zum Glück auch auffällig. Dass wir direkt neben dem Notfallhauptquartier der Feuerwehr übernachteten , merkten wir dann erst am nächsten Morgen, als Lukas sich über die aktuelle Lage des Feuer in der benachtbarten Lodge erkundigen wollte. Diese Lodge wurde kurzerhand als Versammlungraum für Sanitäter, Firefighter und Polizei umgebaut. Nach einem längeren Gespräch mit einem der Firefighter (ein echter australischer Buschfeuerwehrmann möchte Firefighter und nicht Fireman genannt werden) wussten wir, dass unsere Straße befahrbar ist und wir bekamen einige Tipps wie man sich bei einem Buschfeuer im Allgemeinen verhalten soll.
Nach diesem Schock ging es dann weiter zu dem Cradle Mountain National Park. Leider war der Tag ziemlich verregnet und somit wurde aus einem weiteren langen Marsch nur ein kurzer 20min Walk. Wir entschlossen uns gleich weiter über eine kleinere Stadt namens Burnie zum Hafen zurück zufahren, da unsere Tasmanien-Rundreise leider schon zu Ende war. Am nächsten Morgen ging es dann wieder um 7 Uhr aufs Schiff und wir kamen Abends in Melbourne an.
Der einzige kleine Wehrmutstropfen war, dass wir keinen Tasmanischen Teufel entdecken konnten.

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